28. März 2009 um 13:51
Fotoblog mit WordPress
Autor: Marc Koschel abgelegt unter Fotografie, Webdesign (6 Kommentare)
WordPress ist nicht geeignet für Fotoblogging?
Zunächst einmal muss ich diese Frage bejahen. Es hat mich sehr viel Zeit gekostet ein einigermaßen vernünftiges Fotoblog mit WordPress zu erstellen. Sicherlich formieren sich jetzt beim Lesen schon die Widersprüche: Es gibt doch unzählige Plugins für Galerien, spezielle Themes und so weiter. Ja und Nein werde ich antworten. Es hat jedoch nichts so richtig für mich gepasst. Stellen wir zunächst einmal meine Ansprüche bzw. Ziele fest.
Ansprüche an ein Fotoblog
- Zusammenfassen mehrerer Bilder zu einer Gallerie
- Beschreibung zu Gallerie und einzelnen Bildern
- Bequeme Uploadfunktion von mehreren Bildern gleichzeitig und Zuordnung zu Gallerien
- Am liebsten Export aus Bildverwaltung (z.B. Aperture) per FTP in ein vordefiniertes Verzeichnis, welches automatisch ausgelesen und angezeigt wird.
- Darstellung einzelner Bilder mit Thumbnailleiste der anderen Bilder der Gallerie
- Darstellung der in den Bildern gespeicherten EXIF und ITPC Daten
- Individuelle Auswahl der anzuzeigenden EXIF und ITCP Daten
- Ergänzende Effekte bei Einzelbildern (Lightbox, Cooliris, FancyBox, etc.)
- Ergänzende Diashow (Flash)
Aufbau eines Fotoblogs
- Kopfbereich: Mit titel des Blogs und Logo.
- Fußbereich: Seitennavigation und üblichen Copyrightinformationen.
- Seitenleiste: Liste mit vorhandenen Gallerien, Tag-Cloud, Styleswitcher (Layouts von schwarz bis weißem Hintergrund mit verschiedenen Grauzwischenstufen) und Kommentarfunktionalität (nur bei Einzelbild).
- Home: Startseite mit Einführungstext und Übersicht aller Gallerien mit je einem Bild.
- Manuelle Auswahl des anzuzeigenden Bildes einer Gallerie (Titelbild vgl. Picasaweb)
- Anzeige bestimmter Bilder mit vorgegebenen Tag (dieses Tag sollte nicht in der Tag-Cloud und in den Tags der Einzelbilder auftauchen)
- Gallerieübersicht: Übersichtsseite mit allen Gallerien. Angezeigt wird das jeweilige Titelbild (s.o.) und die Beschreibung der Gallerien.
- Einzelgallerie: Es sollen alle Bilder als Thumbnails dargestellt werden.
- Ein Klick auf ein Thumbnail öffnet das Bild in der Einzelbilderansicht.
- Über speziell definierten Link kann Bild auch mit einem der Effekte (Lightbox, Cooliris, FancyBox, etc.) geöffnet werden.
- Einzelbild: Das Bild wird in einer Größe von 640 x 428 Pixel bzw. 428 x 640 Pixel dargestellt.
- Zusatzinformationen: Fotograf, Gallerie (Kategorie), Tags, EXIF Daten (incl. GPS), ITCP Daten,
Und jetzt?
Nun stand ich da und versuchte meine Ansprüche mit Hilfe von Plugins und Themes umzusetzen. Bemüht man Google ein wenig, findet man Plugins wie NG Gallery oder My Gallerie oder wie sie sonst alle heißen, ebenso Plugins zum Auslesen der EXIF Daten und schließlich landet man sehr schnell auf der Seite von Frank Bueltge. Frank Bueltge hat das Photoblog Theme Greyfoto entworfen und bietet es zum kostenlosen Download an.
Dieses Theme habe ich nun zunächst einmal auch verwendet. Dank der Hilfe von Frank Bueltge und seinen schnellen Antworten zu meinen Fragen ist es mir dann auch gelungen das Theme in Betrieb zu nehmen.
Eigenschaften des Themes Greyfoto
- Sechs komfortable Widgets (Kategorieliste, Tag Cloud, Kommentare, Styleswitcher, Fußbereich, Seitennavigation)
- Aufklappbare Bereiche in der Seitenleiste
- Styleswitcher (Hell – Dunkel)
- Implementierung der Fancybox auf der Archivseite (es werden alle Bilder angezeigt)
- Anzeige von Kategorien, Tags und vorgegebenen EXIF Daten
Nachteile des Themes Greyfoto
- Jedes Bild muss ohne Ergänzungen in einen seperaten Artikel eingebunden werden. Dies ist bei großer Anzahl von Bildern ein enormer Aufwand.
- Die Startseite entspricht der Einzelbildseite. Es gibt außer der Seitenleiste mit den Titeln der Gallerien (Kategorien) keine Übersicht der einzelnen Gallerien (Kategorien) mit Titelbild.
- Es werden keine ITPC oder GPS Daten ausgelesen.
- Fehlerhafte Darstellung mit der WP-Standardfunktionalität . Das Theme hat einen Fehler, so dass das von WP standardmäßig eingefügte nicht korrekt ersetzt wird. Frank Bueltge hat jedoch einen Hack geschrieben, der das schon beim Einfügen des Bildes löscht.
- Es fehlen eine seperate home.php, author.php und single.php. Die page.php sollte angepasst werden.
Was nun?
Zunächst einmal ist das Photoblog Theme Greyfoto von Frank Bueltge erstklassig. Es kommt darauf an, für was man es braucht. Für Menschen die einige ihrer gelungenen Fotografien präsentieren möchten, ist dieses Theme das Non Plus Ultra. Für “semiprofessionelle” Fotografen mit einer Unzahl an Fotografien und Gallerien ist es zu zeitaufwendig und es fehlen wichtige Funktionalitäten.
Ich habe für mein Fotoblog Foto-Knoten das Theme Greyfoto um zusätzliche EXIF (GPS) und ITPC Daten ergänzt. Ich Habe eine Autorenseite hinzugefügt und eine individuelle Startseite ergänzt, auf der ein Einführungstext angezeigt wird und eine Auswahl von acht Bildern, die über einen speziellen Tag getriggert werden.
Zufrieden?
Nein, zufrieden bin ich noch nicht. Die Darstellung der einelnen Gallerien gefällt mir noch nicht, ebenso, dass ich keinen beschreibenden Text zu den Bildern habe. Auch der Aufwand um die Bilder in mein Fotoblog zu bekommen, ist einfach zu hoch.
Was bringt die Zukunft?
Ich gehe weiter auf die Suche. Zunächst einmal werde ich mich bei anderen Blogsystemen (außer WordPress) umsehen. Diese müssten aber schon überwältigend sein, damit ich mich von WordPress lossage. Ich teste jetzt also Pixelpost. Des Weiteren werde ich testen: Dblog, Serendipity, Folderblog, Textpattern, Pictorialis (bassiert auf Wordpress) und PHP-Blogger.
Für sachdienliche Informationen und Hinweise zu Themes und Plugins für WordPress (bitte nicht die üblichen) oder anderer Fotoblog Software (die ich oben nicht erwähnt habe), bin ich dankbar.


Jens
Kommentar vom 29. März 2009 um 11:26
Hallo Marc,
interessanter Artikel. Mir fehlt als Anforderung an ein Fotoblog noch die automatische Kennzeichnung der Fotos mit einem Wasserzeichen (ohne das Original zu verändern). am Besten sollte das copyright Feld aus den ITPC Daten als Wasserzeichen auf das Foto geblendet werden.
Pixelpost ist nicht schlecht, aber ich finde es noch nicht ausgereift genug. WordPress hat einfach mehr, auch wenn es für Fotos (noch) nicht optimal geeignet ist.
Olaf
Kommentar vom 09. April 2009 um 23:05
Hallo…
Ja auch ich durchforste gerade das Web nach Informationen bezüglich eines eigenen Fotoblogs. Meine Überlegungen gehen auch in Richtung Joomla!.
Serendipity hatte ich auch schon probiert. Interessant…
Aber wahrscheinlich werde ich mich doch für ein Blog entscheiden, in welches ich die Gallery2 von Menalto integriere.
Marc
Kommentar vom 10. April 2009 um 08:48
@Olaf: Gallery2 hatte ich auch schon ausprobiert, ich finde es nur zu komplex für eine “kleine private Homepage”. An WordPress gefällt mir ja gerade die Einfachheit. Also weitersuchen!
boris
Kommentar vom 30. Juli 2009 um 14:14
Die Problemstellung kenne ich und ich bin ebenso auf die Suche nach einer Alternativlösung gegangen. Schlussendlich haben sich Wordpress und Textpattern herauskristallisiert. Akuell bastel ich an einer WP Lösung, da mit die PHP-Struktur aus der Vergangenheit vertrauter ist. Mein “Problem” ist, dass ich neben der reinen Fotopräsentation auch immer wieder reine Textartikel habe, ich aber alles in einen Blog packen will. Es wird also auf eine Multi-theme Lösung unter WP rauslaufen…
Gert | Fotostudio Berlin
Kommentar vom 14. Januar 2010 um 11:45
Danke für den Artikel – der spart mir viel Zeit!!! Da werde ich mich doch wohl nach einer anderen Lösung unsehen müssen – schade eigentlich, denn sonst mag ich wordpress sehr.
Knut
Kommentar vom 04. Februar 2010 um 16:08
Hi Marc,
wieso teuren Webspace für Fotos verschwenden, hier gibt es doch günstige Fotohoster, die einem das Leben leichter machen!? Im Blog kann man dann die Sachen verlinken oder einbinden.
Oder als Link: Testalbum.
Grüße
Knut
PS: Ich habe bei mir noch ein iPhone-Plugin eingebunden, so dass die die Wordpresseite auch auf dem Iphone “korrekt” angezeigt wird